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Fahrt nach Goslar Drucken E-Mail

Unsere Fahrt nach Goslar

Am 13. April traf sich die SHG Niere im Vorharz zu einer Fahrt nach Goslar. Wir wollten eine Stadtbesichtigung machen und anschließend die Kaiserpfalz besuchen.

Der Marktplatz mit dem Rathaus wird überragt von den ungleichen Türmen der Marktkirche. Die große Bedeutung des Marktbrunnens ist augenfällig: er markiert den Mittelpunkt des Marktplatzes und damit der Stadt, er wird bekrönt vom Wahrzeichen Goslars, dem Adler. Was sich dem Beschauer auf den ersten Blick als einheitliches Kunstwerk präsentiert, ist in Wirklichkeit ein kompliziertes Puzzle: Die untere Brunnenschale (12. Jahrhundert) ist der größte Bronzeguss der romanischen Zeit überhaupt. Ungefähr 100 Jahre jünger ist die obere Schale, mit ihrem Sockel ursprünglich ein eigenständiger Brunnen. Und sogar der Adler selbst: während der Korpus aus dem frühen 13. Jahrhundert stammt, ist die jüngste Ergänzung seine Krone, in der heutigen Form wohl erst aus dem 18. Jahrhundert.

marktbrunnen

Das Goslarer Rathaus ist ein Jahrhundertbauwerk im ganz speziellen Wortsinn: beginnend in der Mitte des 15. Jahrhunderts mit dem Ostflügel, dessen Arkaden sich zum Marktplatz öffnen, wurde es über mehr als 400 Jahre durch immer neue Anbauten vergrößert.Bestimmend für den Gesamteindruck ist allerdings das 16. Jahrhundert, eine Blütezeit Goslars, in der die Hansestadt und Freie Reichsstadt vom Aufschwung des Bergbaus profitierte.Seine ursprüngliche Zweckbestimmung erfüllt das Rathaus bis heute: es ist Amtssitz des Goslarer Oberbürgermeisters und unter dem wunderschönen hölzernen Sternenhimmel der Däle beraten die Ratsherren und -frauen über das Wohl der Stadt.

rathaus

Der Huldigungssaal im Goslarer Rathaus wurde zwischen 1505 und 1520 als Ratssitzungssaal eingerichtet. Er ist ein einzigartiges Kleinod spätgotischer Raumkunst: seine Wände, die Decke und sogar die Fensternischen sind vollständig mit Tafelgemälden ausgekleidet. Jedes einzelne Gemälde ist ein Kunstwerk von hoher Qualität, das sich in den überwältigenden Gesamteindruck einfügt. Abwechslungsreiches Rankenschnitzwerk bekrönt die einzelnen Wandtafeln. Nachdem der Huldigungssaal über Jahre hinweg restauriert worden ist, schützt heute aufwändige Sicherheits-, Klima- und Lichttechnik dieses Kunstwerk vor dem Verfall. Eine Ausstellung führt den Besucher in Geschichte und Bedeutung ein.

huldigungssaal

 

Vier Mal täglich richten sich alle Blicke und Fotoapparate auf den Zwerchgiebel des "Kämmereigebäudes" an der Ostseite des Marktplatzes. Drei Türchen öffnen sich, und ein Figurenumlauf erzählt – untermalt vom Glockenspiel, das bergbauliche Weisen intoniert – die Geschichte des Rammelsberger Bergbaus von der sagenhaften Entdeckung durch den Ritter Ramm bis zur Neuzeit. Gestiftet wurden Glockenspiel und Figurenumlauf von der Preussag 1968 anlässlich des Jubiläums 1000 Jahre Rammelsberger Bergbau. Zusätzlich erklingen um 08.30 Uhr das Morgenlied sowie um 18:30 Uhr das Abendlied (ohne Figurenumlauf).

Glocken- und Figurenspiel am Marktplatz

Die Kaiserwohrt

Das Hauptgebäude des Rathauses war noch nicht lange fertiggestellt, da bauten die Kaufherren 1494 in seiner unmittelbaren Nachbarschaft ihr Gildehaus. Sie waren die wohlhabendsten und einflussreichsten Bürger der Stadt und demonstrierten das mit diesem Bauwerk, mit dem sie das Rathaus fast ein wenig in den Schatten stellten. Die Fassade wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach überbaut, wobei das so entstandene stilgeschichtliche Nebeneinander durchaus zum reizvollen Charakter beiträgt: die barocken Kaiserfiguren fühlen sich wohl im gotischen Schmuck ihrer Nischen.
Seit fast 200 Jahren residiert hier das Hotel "Kaiserworth", dessen Gäste das Treiben auf dem Markt von einem Logenplatz erleben.

kaiserworth

 

Nicht weit entfernt vom Marktplatz befindet sich der Schuhhof, der älteste Platz in Goslar.

Ihn umrahmen stattliche Fachwerkhäuser und die Arkaden des Schuhmacher-Gildehauses. Die Erstehung der Häuser aus den ehemaligen schmalen Marktbuden ist noch heute zu erkennen.

Zur Weihnachtszeit findet man auf diesem Platz den wunderschönen Weihnachtswald, der jährlich viele tausende Besucher nach Goslar zieht und mit seinem wunderschönen Ambiente immer wieder verzaubert.

schuhhof

 

An der östlichen Front des Bäckergildehauses kann man das Wappen des Bäckergildezeichens sehen, den ungekrönten Goslarer Adler mit einem Wecken als Herzschild und anderem Backwerk.

Ein wunderschöner Erker, breit vorgebaut auf Holzstreben, ziert das Fachwerk des Obergeschosses, das erst später im Jahre 1557 auf das massive Untergeschoss aufgestockt wurde. An diesen Häusern kann man ablesen, wie das Bürgertum immer mehr erstarkte und aufblühte.

baeckergildehaus

 

Das 1521 erbaute Brusttuch ist eines der schönsten Patrizierhäuser Goslars. Kaum ein rechter Winkel findet sich an diesem Haus auf trapezförmigem Grundriss, und der Zimmermann musste alle Kunstfertigkeit für das Fachwerk und die Dachkonstruktion aufbieten. Am Fachwerk des Obergeschosses hat ein Bildschnitzer seiner Phantasie freien Lauf gelassen. In buntem Miteinander finden sich Figuren aus der antiken Mythologie, Tiergestalten und Szenen, deren Symbolgehalt heute nur schwer zu entschlüsseln ist.

Fast ein Wahrzeichen Goslars ist die "Butterhanne", eine Magd, die mit einer Hand "buttert" und mit der anderen Hand ihren Rock bis über das Gesäß geschoben hat. Heute wird das Haus als Hotel und Restaurant genutzt. Die Gasträume vermitteln mit ihrem ungewöhnlichen Schmuck ein mittelalterliches Ambiente.

brusttuch

 

Breites Tor

Weithin sichtbar symbolisierten die Befestigungsanlagen einer mittelalterlichen Stadt – Wälle und Gräben, Mauern, Türme und Zwinger – ihre Wehrhaftigkeit. Die Stadttore stellten eine Schwachstelle dar, die es besonders zu schützen galt. Im 16. Jahrhundert wurde die Stadtbefestigung Goslars ein letztes Mal verstärkt, die Tore wurden zu regelrechten "Torburgen" ausgebaut. Diese Situation lässt sich am "Breiten Tor" mit seinen Flankierungszwingern und der Torwächterkaserne "Werderhof" noch gut ablesen. Große Teile der Stadtbefestigung wurden im 18./19. Jahrhundert abgebrochen – sie hatte "ausgedient" und stand der Vergrößerung und Modernisierung der Stadt im Wege.

breites_tor

 

Wallanlagen

Der Stadtmauer vorgelagert waren ein innerer Graben, ein hoher und steiler Wall, ein äußerer Graben, der teilweise mit aufgestautem Wasser gesumpft wurde und die Feldmauer, die die Befestigung nach außen abschloss. Im späten 18. Jahrhundert hatte der technische Fortschritt die Zweckmäßigkeit einer solchen Befestigungsanlage überholt. Deshalb wurden die Stadttore zurückgebaut und die Wallanlagen in Gärten und Parks umgewandelt, die heute einen idyllischen Grüngürtel rings um die Stadt bilden.

wallanlagen

 

Lohmühle

An Gose und Abzucht finden sich über 40 Stellen, an denen im Laufe der letzten 1000 Jahre das Wasser zum Antrieb von Mühlrädern genutzt wurde.

Heute klappert nur noch eine Mühle "am rauschenden Bach". Die Mühle am "Klapperhagen" wurde im frühen 16. Jahrhundert erbaut und beherbergte in der letzten Phase des Betriebs eine Zement- und eine Lohmühle. Im westlichen Flügel sind große Teile der historischen Antriebstechnik und des Stampfwerkes erhalten. Hier wurde aus Baumrinde ("Lohe") Säure gewonnen, die für die Gerberei genutzt wurde. Das Goslarer Museum ermöglicht die Besichtigung dieses herausragenden technischen Denkmals.

... und das Zinnfigurenmuseum

n der restaurierten Lohmühle befindet sich Deutschlands schönstes Zinnfigurenmuseum. Hier erleben die Besucher das Weltkulturerbe Goslar, Altstadt und Bergbau "en miniature" in etwa 50 Dioramen (bildlichen Darstellungen).

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Großes Heiliges Kreuz

m Jahr 1254 wurde das Große Heilige Kreuz als Einrichtung der städtischen Armenfürsorge gegründet. Hier fanden Bedürftige, Gebrechliche und Waisen, aber auch Pilger und andere Durchreisende ein Nachtlager und Versorgung mit Nahrung. In ganz Deutschland einzigartig: mit modernen Altenwohnungen in einem Seitenflügel erfüllt die Einrichtung noch heute, 750 Jahre nach der Gründung, ihre soziale Aufgabe.
In den kleinen "Pfründnerstübchen", die in der Barockzeit von der Däle abgetrennt wurden, haben heute Kunsthandwerker ihre Verkaufswerkstätten eingerichtet und machen aus dem bedeutenden Denkmal einen Ort lebendiger Kultur.

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Kaiserpfalz

Die zwischen 1040 und 1050 unter Heinrich III. errichtete Kaiserpfalz ist ein einzigartiges Denkmal weltlicher Baukunst. Über 200 Jahre wurde hier auf zahlreichen Reichs- und Hoftagen deutsche und europäische Geschichte "gemacht".

Die südlich anschließende Pfalzkapelle St. Ulrich birgt unter einer Grabplatte mit einer figürlichen Darstellung Heinrichs III. das Herz des 1056 gestorbenen Kaisers. Beide Gebäude wurden im späten 19. Jahrhundert umfassend restauriert, der Saal des Kaiserhauses durch den Historienmaler H. Wislicenus ausgemalt.

kaiserpfalz

Das Siemenshaus

Das Stammhaus der Industriellenfamilie Siemens in der Schreiberstraße, erbaut im Jahr 1693, gehört zu den größten und am besten erhaltenen Bürgerhäusern Goslars.

Eindrucksvoll vermittelt es den für die Zeit typischen "multifunktionalen" Charakter des Hauses: es war nicht nur Wohnsitz, sondern bot Raum für die wirtschaftlichen Aktivitäten der Familie. Das Dälentor und die gepflasterte Durchfahrt ermöglichten die Einfahrt mit dem Fuhrwerk, der mehrgeschossige Dachboden und Anbauten boten Speicherkapazität in Hülle und Fülle. Das Brauhaus ist ein Denkmal Goslarer Wirtschaftsgeschichte: auf über 380 Häusern lag im 17. Jahrhundert das Recht, Bier zu brauen und auf den Markt zu bringen.

siemenshaus

 

Kemenate Röver

Ein um 1500 erbautes Ackerbürgerhaus in der Frankenberger Straße 11 birgt einen noch älteren Kern: das Kellergeschoss, zweigeschossig zum Einlagern von Gosebier eingerichtet, geht auf eine romanische Kemenate zurück. Die Däle wird geprägt von dem rundbogigen Durchfahrttor und den gotischen Fenstern mit den Sitzen in der Innenleibung. Däle und Kemenate hat der Goslarer Künstler Hans-Joachim Röver erworben. Ausstellungen, Kammerkonzerte und Rezitationsabende im einmaligen Ambiente dieses Hauses sollen den Goslarer Kulturkalender bereichern.

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Kleines Heiliges Kreuz

Ebenso wie das Große Heilige Kreuz und das St. Annenhaus dient auch das Kleine Heilige Kreuz heute nicht mehr als Altersheim. Das städtische Gebäude wird inzwischen von der Frankenberger Gemeinde genutzt. Hier findet nach den Sonntagsgottesdiensten eine Begegnung der Gemeindeglieder statt. Die kleinen Stuben und die Däle sind Treffpunkt für Jugendgruppen, Bastelkreise und Mütter mit Kindern. Die Däle bietet sich außerdem für Vorträge und kleine Konzerte an. Ein Förderkreis innerhalb der Gemeinde kommt für die notwendigen Unterhaltungskosten auf.

Das ehemalige Hospital ist heute ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Gemeindelebens der Frankenberger Kirche. Die kirchliche Nutzung des städtischen Gebäudes entspricht den ursprünglichen Absichten. Es ist zu hoffen, dass die Zusammenarbeit von Stadt und Kirchengemeinde den Erhalt des Gebäudes auch für kommende Generationen bewahrt. Neben der Kirche nutzen auch andere Institutionen das Haus, erwähnt seien Kurse der Kreisvolkshochschule und Kunsthandwerkermärkte.

Eine der Kammern ist als Erinnerungsraum an den Bibelübersetzer Herman Menge eingerichtet. Menge wurde 1841 in Seesen geboren, studierte 1860 bis 1864 in Göttingen alte Sprachen und Geschichte und war bis 1900 als Gymnasiallehrer und -direktor in Helmstedt, Holzminden und Sangerhausen tätig. Nach seiner vorzeitigen Pensionierung ließ er sich 1905 endgültig in Goslar nieder, wo er sich in seinem Haus in der Thomasstraße der Übersetzung der Bibel widmete.

Anschließend sei auf eine Fotodokumentation in der Däle des Kleinen Heiligen Kreuzes hingewiesen, die Bilder aus der Frankenberger Kirche und der Klauskapelle zeigt. Außerdem verdient ein romanischer Stein aus der Stadtmauer Beachtung, der erst vor einigen Jahren im Kleinen Heiligen Kreuz aufgestellt wurde. Der stark verwitterte Stein stellt zwei Heiligenfiguren dar - möglicherweise Petrus und Paulus - die Schutzpatrone der Frankenberger Kirche.

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Zwinger

Neben dem Breiten Tor, einem der Goslarer Stadttore, ist es der dicke Zwinger, der schon im Vorbeifahren an den Wallanlagen einen besonderen Anziehungspunkt ausmacht.

Auch die Spaziergänger, die Goslar auf einem Gang über den Wall erleben, können nicht umhin, ihn zu bestaunen. Zum Schutze des Rammelsberges und zur Deckung der Ostflanke des Stadtwalles bis zum Breiten Tor wurde er als eines der stärksten Bauwerke Europas errichtet. Im Belagerungsfall konnten bis zu 1000 Mann auf den vier Etagen untergebracht werden. Sein Durchmesser misst stattliche 26 Meter, wobei die Mauerstärke allein über 6 Meter beträgt. Vom Dach hat man aus 20 m Höhe einen lohnenden Ausblick auf die Goslarer Dächer und die angrenzenden Höhen.

zwinger

 

Zwischne der Stadtbesichtigung und dem Besuch auf der Kaiserpfalz gab es Mittagessen in der Butterhenne. Dort stärkten wir uns gut mit sehr gutem Essen.

Das Kaffeetrinken am Nachmittag im Cafe "Winowuk" in Bad Harzburg war dann auch noch einmal ein Erlebniss für sich. Alle waren sich anschließend einig, das der Ausflug sehr schön war.

 

Café Winuwuk

 

 

Sonnenhof - Kunstausstellung

 

 

Beim nächsten Treffen im Kloster Helfta bei Eisleben werden wir unser nächtest schönes Erlebniss haben.

 

 

 
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